Scherben und Geschmiere - Wartehäuschen soll weg
In Waggum wehren sich Anwohner gegen Alkohol trinkende Jugendliche
Von Karsten Mentasti
In
Waggum soll das Buswartehäuschen am zentral gelegenen Platz
an der Straße Feuerbrunnen entfernt werden. Darüber sind
sich Bezirksbürgermeister, Anwohner und Polizei einig.
Der
Grund: Durch Alkoholgelage von Jugendlichen sind Verschmutzungen
und Lärm an der Tagesordnung.
"Das
ist natürlich eine Güterabwägung", räumt Bezirksbürgermeister
Götz-Rüdiger Kliesch bezüglich des wahrscheinlichen
Abbaus des Wartehäuschens ein. Gespräche mit der Verkehrs-AG
habe es schon gegeben. Kliesch: "Die einen stellen sich bei Regen
unter, wenn sie auf den Bus warten. Die anderen treffen sich dort,
konsumieren Alkohol und stören dann Anwohner und Passanten
sowie durch Verschmutzungen auch wartende Bus-Fahrgäste."
Direkt
an der Bushaltestelle gibt es eine weitere Sitzbank, allerdings
ohne Dach. Das Wartehäuschen selber ist etwa 20 Meter entfernt,
steht also nicht direkt an der Straße. "Das ist ja der Grund,
warum Jugendliche sich an der geschützten, etwas zurückliegenden
und dazu noch trockenen Stelle treffen", sagt der Bürgermeister.
Kaum
Alternativen für junge Leute
"Wobei
es mir nicht um die Treffen selbst geht, sondern um Lärm und
Verschmutzungen, die stets nach Alkoholkonsum auftreten", präzisiert
er - wohl wissend, dass es Alternativen für junge Leute in
Waggum derzeit kaum gibt. Der Jugendtreff beim Kulturzentrum werde
mehr von Jüngeren besucht.
Doch
Anwohner berichten immer wieder von Schmierereien, Scherben, auch
von Nudelbergen mit grüner Flüssigkeit, selbst von Fäkalien.
Vor benachbarten Grundstücken machten die durch Alkoholeinfluss
enthemmten jungen Leute nicht Halt. "Zaunlatten wurden abgebrochen,
Nachbarn beschimpft", sagt eine Anwohnerin. Mit einer Unterschriftenliste
haben sich die Anlieger an den Oberbürgermeister gewandt. Die
Situation sei "nervenzermürbend".
Kliesch
und Ratsmitglied Wolfgang Sehrt befürworten für die gesamte
Stadt eine Ordnungssatzung, die Alkoholkonsum an "Plätzen,
Bus- und Straßenbahnhaltestellen" verbietet, so dass Verstöße
als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld geahndet werden könnten.
"Bisher
haben wir nur eine Handhabe durch Platzverweise, wenn etwa die Lärmbelästigung
zu hoch ist", sagt Polizist Michael Brezina von der Polizei-Dienststelle
Waggum, die direkt neben dem Buswartehäuschen liegt. Sie ist
aber nur wochentags bis 16 Uhr besetzt. Auf Platzverweise für
Jugendliche habe es aber immerhin positive Rückmeldungen von
deren Eltern gegeben, berichtet Brezina
Mittwoch, 15.04. 2009
Mit
freundlicher Genehmigung der Braunschweiger Zeitung |